Kultur

Abgesagte Veranstaltungen fordern die Kulturhäuser

Chantal Herger, 30. März 2020, 18:26 Uhr
Das Luzerner Theater hat alle Aufführungen absagen müssen. (Archivbild)
© Michi Huser
Es sind schwere Zeiten für die Kulturhäuser – abgesagte Veranstaltungen und Konzerte, fehlende Eintrittseinnahmen und wegfallende Gastroeinnahmen. Gefragt sind nun neue Formate.

Viele Kulturhäuser sind im Moment mit der Organisation der abgesagten Veranstaltungen beschäftigt, so auch das Kleintheater Luzern wie Sonja Eisl, Co-Leiterin, sagt.

Der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein, das Kleintheater hätte nun ihre Hauptspielzeit und muss rund 25 Produktionen absagen, respektive Ersatzdaten für die Veranstaltungen suchen. Auch müssen sie Personen, die bereits ein Ticket gekauft haben, über die Absage sowie die Möglichkeiten der Ticketrückerstattung informieren.

Das Luzerner Kleintheater musste alle Veranstaltungen bis Ende April absagen. (Archivbild)

Livestream denkbar

Geplant sei, den Spielbetrieb anfangs Mai wieder aufzunehmen, sofern dies zu diesem Zeitpunkt möglich sei. Bei einem längeren Veranstaltungsverbot wären Alternativen wie beispielsweise Live-Streaming vorstellbar. Sie seien mit den Künstlerinnen und Künstlern diesbezüglich in Kontakt, so Eisl.

Südpol plant innovative Formate

Auch im Südpol wird rege über die aktuelle Situation und möglichen alternativen Kulturangebote diskutiert. Denkbar wären interaktive Formate, um mit dem Publikum in engeren Austausch zu treten, erklärt Magdalena Drozd, Leitung Theater/Performance.

Das Kulturhaus Südpol plant Formate, die den Austausch fördern. (Archivbild)

© www.tgsarchitekten.ch

Geplant seien ausserdem journalistische Inhalte, wie Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern, aber auch ein Streamingangebot aus dem Club mit DJ-Sets von diversen lokalen DJs oder Home-Konzerte. Wichtig ist laut Drozd, ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass Kultur wichtig sei und auch nach wie vor produziert werde.

Theaterserie «Taylor AG» kann online geschaut werden

Am Luzerner Theater mussten ebenfalls alle Aufführungen abgesagt werden. Mit der «Taylor AG», einer Theaterserie in 30 Folgen, hat das Luzerner Theater bereits ein Format, dass sie auch als Stream zur Verfügung stellen kann. Ob und in welchem Rahmen andere Formate zugänglich gemacht werden sollen, werde momentan noch abgeklärt, sagt Severin Barmettler, Medienverantwortlicher des Luzerner Theaters.

Das Luzerner Theater hat alle Aufführungen absagen müssen. (Archivbild)

© Michi Huser

KKL plant keine Online-Konzerte

Im KKL Luzern sind, aus verschiedenen Gründen, keine Online Konzert-Übertragungen geplant. Es wäre beispielsweise kaum möglich, die Vorgaben des Bundes einzuhalten, wonach sich nicht mehr als fünf Personen versammeln dürfen (mit Musiker und Techniker sei diese Zahl sofort überschritten), erklärt die Medienstelle des KKL Luzern.

Das KKL Luzern hat Kurzarbeit beantragt. (Archivbild)

© Tommy Durrer

Zusätzlich habe das KKL Kurzarbeit angemeldet und habe nicht die Kapazität, solche Projekte auf die Beine zu stellen. Dies gelte auch für die Veranstalter, auf die das KKL Luzern natürlich angewiesen wäre.

Zudem seien sie sich bewusst, dass es momentan sehr viel Online-Kultur zu konsumieren gäbe, so werden TV-Programme angepasst und Einzelkünstler initiieren Livestreams für ihre Konzerte. «Das finden wir natürlich sehr schön, damit die Kultur in dieser aussergewöhnlichen Lage nicht ganz verloren geht», schreibt die Medienstelle des KKL Luzern.

Das Kulturmagazin 041 geht live

Zusammen mit verschiedenen Kulturinstitutionen präsentiert das Kulturmagazin 041 Live-Sessions von Luzerner Kulturschaffenden. Das Projekt «Aus der Stube, in die Stube» lädt jeden Abend um 20:30 Uhr unter dem Motto «Streaming is caring» ein, Kultur online zu entdecken.  

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 31. März 2020 11:49
aktualisiert: 30. März 2020 18:26