Solothurner Literaturtage

Virtuell am Aareufer spazieren und Literatur geniessen

Chantal Herger, 23. Mai 2020, 07:34 Uhr
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (Mitte) mit Reina Gehrig (links), Geschäftsführerin der Solothurner Literaturtage, und der Autorin Simone Lappert (rechts) auf der Bühne des Berner Schlachthaus Theaters: Gemeinsam haben sie die Werkschau für schweizerisches Literaturschaffen eröffnet.
© SDA
Literaturfestivals leben von der Nähe zu den Autorinnen und Autoren, von den Diskussionen, Podiumsgesprächen und vor allem auch vom direkten Austausch mit dem Publikum. Gelingt so etwas auch online?

Vorneweg: Natürlich kann ein Online-Literaturfest, wie es Geschäftsführerin Reina Gehrig im Interview mit der «Luzerner Zeitung» bereits im April verkündete, die Solothurner Literaturtage nicht ersetzen. Aber: Es kann trotzdem einen Raum schaffen, um mit Literatur in Kontakt zu kommen, diese zu geniessen (oder auch einfach zu konsumieren), zu reflektieren und darüber zu diskutieren.

Vier Räume für die Vielfalt der Schweizer Literatur

Dazu lädt das Online-Literaturfest in vier verschiedenen Räume ein: Säulenhalle, Seminarraum, Kneipe, Foyer. Von Podien über «Literatur und Moral», über Gespräche «Zum störrischen Eigensinn der Kunstsprache» bis Diskussionen über «Die fünften Landessprachen als Teil der Schweizer Literaturszene» präsentiert das Literaturfest auch im digitalen Jahr eine breite Palette an Angeboten. Daneben bieten vor allem «Werkstatt» und «Übersetzung» einen Blick über die Schultern der Schweizer Autorinnen und Autoren und machen so das aktuelle Literaturschaffen erlebbar.

Im Briefwechsel kann sich das Publikum mitteilen

Für den Austausch mit dem Publikum haben die Organisatoren der Solothurner Literaturtage einen «Resonanzraum» geschaffen. Dort erhalten die Leserinnen und Leser die Möglichkeit, sich zum Text von Peter Bichsel «Die drei Niederlagen des Denkers» auszutauschen. In einem schriftlichen Briefwechsel kann man seine Gedanken und Fragen zum Text festhalten und mit den anderen Leserinnen und Lesern teilen.

Kleine Häppchen der Schweizer Literatur gibt es im «Logbuch» zu entdecken. Minilesungen, Interviews oder ein Brief ans imaginierte Publikum – Autorinnen und Autoren stellen ihr literarisches Schaffen in Videos, Bildreihen, Textbeiträgen, Interviews und anderen Formaten vor. In diesem Rahmen sind auch eigens für die Solothurner Literaturtage verfasste Texte entstanden. Spannend und hochaktuell ist beispielsweise der Beitrag von Franz Hohler «Kultur».

Unsere Tipps für Samstag

  • 10.00 Uhr: Gespräch zwischen Zsuzsanna Gahse und Simone Lappert zur Zusammengehörigkeit der Dinge
  • 19.30 Uhr: Instantdichten
  • 20.00 Uhr: Podium über «Die Sehnsucht nach dem Fremden» mit Christopher Kloeble, Tess Lewis und Oliver Lubrich

Alle Veranstaltungen sind gratis und finden live jeweils zu einer bestimmten Zeit statt. Für einige Programmpunkte ist eine Anmeldung erforderlich. Das ganze Programm des Online-Literaturfest gibt es auf der Website der Solothurner Literaturtage 2020.

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Quelle: sda-Video

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. Mai 2020 07:22
aktualisiert: 23. Mai 2020 07:34