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Fangewalt: «Luzerner Weg» soll Geisterspiele des FCL verhindern

Fangewalt im Fussball

«Luzerner Weg» soll Geisterspiele des FCL verhindern

Peter Helfenstein, 26. Februar 2024, 17:45 Uhr

Quelle: PilatusToday

Die vergangenen Heimspiele des FC Luzern sind aus polizeilicher Sicht nahezu problemlos verlaufen. Bekanntlich war das nicht immer so. Am Montag hat die Luzerner Sicherheitsdirektion aufgezeigt, was die Gespräche am «runden Tisch» gebracht haben – und sie kündigt eine Vereinbarung mit dem Club.

Die Luzerner Regierungsrätin Ylfete Fanaj sagt selbst, dass sie ihr Amt als Justiz- und Sicherheitsdirektorin im Sommer in einem aufgeheizten Umfeld angetreten hat. Sie tat, was Verantwortliche in solchen Situationen meistens tun: einen «runden Tisch» organisieren.

Mehrere Gespräche mit allen Beteiligten

In drei Gesprächsrunden hat die Sicherheitsdirektorin die Positionen von FCL, Verkehrsbetriebe Luzern (VBL), Stadt Luzern, den Fan-Organisationen und «ihrer» Polizei persönlich abgeholt. «Herausgekommen ist das Commitment aller, sich für sichere und friedliche Spiele einzusetzen», sagt Ylfete Fanaj gegenüber PilatusToday und Tele 1.

Unterschiedliche Auffassungen bestehen hingegen bezüglich der Wirksamkeit der nationalen Massnahmen beziehungsweise des Kaskadenmodells.

Luzerner Vorgehen als Königsweg?

Mit dem «Luzerner Weg» will die Regierung dafür sorgen, dass in Luzern Ruhe und Ordnung herrscht rund um Fussballspiele. Wenn das gelingt, können weitergehende Sanktionen, wie sie das Kaskadenmodell der nationalen Arbeitsgruppe Bewilligungsbehörden vorsieht, vermieden werden. «Andernfalls unterstütze die Luzerner Regierung diese schweizweit koordinierten Massnahen», erklärte Fanaj am Montag an einer Medienkonferenz.

Neu gibt es das Projekt «Cluballianz», dass der FCL bereits umsetzt. Dabei geht es um die Vor- und Nachbesprechung der Heimspiele mit allen Beteiligten. Ziel ist auch eine bessere Verfolgung von Einzeltätern auf polizeilicher Ebene. Ebenfalls neu ist eine Arbeitsgruppe, die sich vertieft mit der An- und Abreise der Gästefans beschäftigen wird. Allgemein ist es Ylfete Fanaj ein Anliegen, dass die Massnahmen auf den Grundsätzen Vertrauen, Verantwortung, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit erarbeitet und getragen werden.

Neue Vereinbarung zwischen Kanton und Club ab 2025

Seit neun Jahren gibt es zwischen dem Kanton Luzern und dem FCL eine Vereinbarung. Diese regelt unter anderem, wer welchen Anteil der Sicherheitskosten übernimmt. Nun wir diese Vereinbarung per 1. Januar 2025 neu verhandelt, weil sie der Kanton aufgekündigt hat.

FCL-Präsident Stefan Wolf will mit dem Kanton unter anderem über die Übernahme der Sicherheitskosten diskutieren.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Die Behörden wollen, dass der FCL bei der Vermeidung von Gewaltexzessen stärker mithilft und die «Cluballianz» weiterführt. Die neue Vereinbarung soll auch dem Umstand Rechnung tragen, dass seit dieser Saison ein anderer Spielmodus gilt. So weiss man beispielsweise zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob der FCL bis zum Saisonende noch zwei Mal gegen St.Gallen oder gegen Yverdon spielt. Spiele gegen die Ostschweizer wären Hochrisikospiele, solche gegen den Aufsteiger nicht.

FCL begrüsst Neuverhandlung

Auch Stefan Wolf ist der Meinung, dass die Vereinbarung aus dem Jahr 2015 neu verhandelt werden muss. Im Zuge der neuen Vereinbarung will der Präsident des FCL mit der Sicherheitsdirektorin vor allem darüber sprechen, welche Spiele wirklich als Hochrisikospiel eingestuft werden müssen.

Zwischen den Zeilen ist beim Clubpräsidenten ein gewisses Unbehagen gegenüber der jetzigen Praxis zu spüren. Bezüglich der Kosten weist er darauf hin, dass der FCL bereits heute 80 Prozent der Sicherheitskosten übernimmt. Wie diese Kosten jeweils zustande kommen, ist Stefan Wolf offensichtlich ein Dorn im Auge.

Ebenfalls neu regeln will der FCL das Einlassprozedere sowie der Transport der Gästefans. Dabei soll auch über die Routen der Fan-Märsche diskutiert werden. Wie Stefan Wolf erklärt, kommen immer mehr Gästefans nach Luzern. Eine Vergrösserung des Gästesektors ist zurzeit aber kein Thema.

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. Februar 2024 11:04
aktualisiert: 26. Februar 2024 17:45